Personal für Robotik qualifizieren: Weiterbildung, die im Betrieb ankommt
Viele Betriebe scheuen den Einstieg in Robotik auch deshalb, weil sie glauben, dafür spezialisiertes neues Personal einstellen zu müssen. Tatsächlich lässt sich vorhandenes Personal mit der richtigen, praxisnahen Qualifizierung gut auf neue Roboterzellen vorbereiten.
Die verbreitete Sorge vor der Personalfrage
Die Frage, wer die neue Roboterzelle bedienen, programmieren und im Störfall warten soll, hält manchen Betrieb von der Investition ab, noch bevor die Wirtschaftlichkeit überhaupt geprüft wurde. Dabei sind moderne Robotersteuerungen, insbesondere bei Cobots, deutlich einfacher zu bedienen als das Bild vom klassischen Industrieroboter vermuten lässt, und lassen sich mit erfahrenen Facharbeitern statt mit spezialisierten Neueinstellungen betreiben.
Entscheidend ist eine Qualifizierung, die nah am realen Bauteilspektrum und den realen Störfällen der eigenen Anlage ansetzt, statt an einer generischen Schulung ohne Bezug zum eigenen Betrieb.
Wie praxisnahe Qualifizierung aussieht
Bewährt hat sich eine Kombination aus Herstellerschulung für die Grundlagen und einer begleiteten Einfahrphase an der eigenen Zelle, in der das interne Team unter Anleitung erste Programmänderungen und Störungsbehebungen selbst durchführt. Wichtig ist, dieses neu erworbene Wissen sofort zu dokumentieren, damit es nicht wieder an einer einzelnen Person hängt.
- Herstellerschulung für die Bedienungsgrundlagen der konkreten Robotermarke
- Begleitete Einfahrphase an der eigenen Zelle statt reiner Simulationsübung
- Dokumentation jeder gelösten Störung ab dem ersten Tag, nicht erst nach der Einarbeitung
- Mehrere Personen qualifizieren, um Ausfallsicherheit von Anfang an zu gewährleisten
Der Zusammenhang mit Fachkräftemangel
Gerade weil neues Robotik-Fachpersonal am Arbeitsmarkt knapp und teuer ist, ist die Qualifizierung des eigenen, ohnehin loyalen Personals oft der schnellere und wirtschaftlichere Weg. Wie sich Automatisierung insgesamt zur Antwort auf Fachkräftemangel rechnen lässt, zeigt unser Beitrag Automatisierung trotz Fachkräftemangel.
Planen Sie die Qualifizierung von Anfang an als festen Bestandteil des Robotik-Projekts, nicht als nachträgliche Notlösung, wenn die Zelle bereits steht und niemand sie bedienen kann.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine praxisnahe Qualifizierung?
Für die Grundbedienung eines Cobots reichen oft wenige Tage Herstellerschulung, ergänzt durch mehrere Wochen begleiteter Praxis an der eigenen Zelle.
Reicht eine Person als qualifizierte Bedienkraft?
Nein, planen Sie mindestens zwei Personen ein, um Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie Ausfallsicherheit zu gewährleisten.
Ist Ihr Team bereit für die nächste Roboterzelle?
Der Robotik-ROI-Rechner bezieht Qualifizierungsaufwand realistisch in die Wirtschaftlichkeit mit ein.
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