Werksübergreifende Kapazitätsbörse: Wie freie Maschinenstunden zwischen Standorten sichtbar werden
Mehrwerksbetriebe planen fast immer pro Standort, nicht über das Netzwerk hinweg. Das Ergebnis: Ein Werk fährt Sonderschichten, während eine Schwesteranlage mit vergleichbaren Maschinen wenige Kilometer entfernt ungenutzte Kapazität hat, ohne dass jemand diese Lücke sieht.
Warum ein Werk Überstunden fährt, während das andere Leerlauf hat
In Firmengruppen mit mehreren Werken wird Kapazitätsplanung fast immer isoliert je Standort gemacht, mit eigenem Planer, eigenem System und eigenen Kennzahlen. Freie Maschinenstunden an einem Standort werden für den Nachbarwerk-Planer schlicht nicht sichtbar, selbst wenn die Ausrüstung technisch vergleichbar wäre.
In einem Firmennetzwerk mit vier Werken ist es keine Seltenheit, dass ein Standort 20 Prozent Überstunden fährt, um Liefertermine zu halten, während ein Schwesterwerk mit vergleichbarer Maschinenklasse rund 15 Prozent Leerkapazität hat, unbemerkt, weil beide Planungen nie zusammengeführt werden.
Was eine Kapazitätsbörse technisch braucht
Voraussetzung ist ein gemeinsames Datenmodell über alle Standorte hinweg: Welche Maschinenklassen und Qualifikationen sind grundsätzlich vergleichbar, und welche freie Kapazität besteht tagesaktuell je Werk. Erst mit dieser gemeinsamen Basis lässt sich erkennen, ob ein Auftrag technisch und wirtschaftlich sinnvoll an einen anderen Standort verlagert werden kann.
KI-gestütztes Matching schlägt dann Verlagerungsoptionen vor, bewertet nach Transportkosten, zusätzlichem Rüstaufwand und eingesparten Überstunden, die Entscheidung darüber bleibt beim Planer oder Werksleiter, die Vorarbeit übernimmt das System.
- Einheitliche Klassifikation von Maschinen und Fähigkeiten über alle Standorte
- Tagesaktuelle Kapazitätsdaten je Werk statt wöchentlicher Berichte
- Hinterlegte Transport- und Qualifikationsrestriktionen je Verlagerungsoption
- Klare Eskalations- und Entscheidungsregeln für den Ernstfall
Warum das organisatorisch schwerer ist als technisch
Die größere Hürde liegt selten in der Technik, sondern darin, dass Werksleiter meist an den Kennzahlen ihres eigenen Standorts gemessen werden, nicht am Netzwerkoptimum. Eine Kapazitätsbörse funktioniert deshalb nur, wenn Priorisierungsregeln auf Konzernebene definiert werden, ein Thema, das eng an Auftragspriorisierung mit KI statt Bauchgefühl anschließt, ergänzt durch klare Governance statt reiner Software.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Kapazitätsbörse auch bei sehr unterschiedlichen Maschinenparks?
Nur eingeschränkt, sinnvoll ist sie vor allem bei Maschinenklassen, die tatsächlich austauschbar sind, nicht bei hochspezialisierten Einzelanlagen.
Wer entscheidet am Ende über eine Verlagerung?
Das System liefert die Vorschläge und Kostenvergleiche, die Entscheidung bleibt beim Planer oder Werksleiter vor Ort.
Wie viel freie Kapazität schlummert in Ihrem Werksnetz?
Der Planungs-Check zeigt, wo sich Aufträge werksübergreifend sinnvoll verlagern ließen.
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