ESG

ESRS-Datenpunkte verstehen und strukturiert erfassen

06.05.2026 · 8 Min · Masiar Ighani · CEO

Die European Sustainability Reporting Standards wirken auf den ersten Blick erschlagend. Wer jedoch versteht, wie die Datenpunkte aufgebaut sind und wie man sie konsequent auf die eigene Wesentlichkeit herunterbricht, gewinnt schnell Übersicht. Dieser Beitrag zeigt den strukturierten Weg von der Norm zur belegbaren Zahl.

Schnellantwort

ESRS-Datenpunkte sind die kleinsten berichtspflichtigen Informationseinheiten. Sie müssen nicht alle erfasst werden, sondern nur die, die aus Ihrer Wesentlichkeitsanalyse folgen, am besten direkt aus den vorhandenen Systemen.

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Was ein ESRS-Datenpunkt ist

Ein ESRS-Datenpunkt ist die kleinste berichtspflichtige Informationseinheit innerhalb der European Sustainability Reporting Standards. Er kann eine Zahl sein, etwa die Höhe der Treibhausgasemissionen, oder eine qualitative Angabe, etwa die Beschreibung einer Richtlinie zum Umgang mit Arbeitssicherheit. Die Standards gliedern sich in übergreifende Vorgaben und themenspezifische Standards zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung.

Die Vielzahl der Datenpunkte führt bei vielen Unternehmen zu Respekt, manchmal zu Lähmung. Wichtig ist die Erkenntnis, dass kein Unternehmen alle Datenpunkte berichten muss. Maßgeblich ist, welche Themen für Ihr Unternehmen wesentlich sind. Genau diese Eingrenzung ist der Schlüssel zu einem handhabbaren Projekt.

Vom Standard zur relevanten Auswahl

Die Auswahl der relevanten Datenpunkte folgt aus der Wesentlichkeitsanalyse. Nur für die als wesentlich eingestuften Themen müssen die zugehörigen Datenpunkte erhoben werden. Damit reduziert sich die scheinbar unüberschaubare Menge oft auf einen deutlich kleineren, beherrschbaren Kern. Wie diese Bewertung funktioniert, erläutert unser Beitrag zur nachvollziehbaren Datenherkunft.

Sie berichten nicht alle Datenpunkte, sondern nur die, die aus Ihrer Wesentlichkeit folgen. Das macht das Projekt beherrschbar.

Nach der Eingrenzung empfiehlt sich ein strukturiertes Mapping. Jeder relevante Datenpunkt wird einer Quelle, einem Verantwortlichen und einem Erhebungsrhythmus zugeordnet. So entsteht eine Landkarte, die zeigt, woher jede Angabe kommt und wer sie pflegt. Diese Transparenz ist die Grundlage für die spätere Prüffestigkeit.

Datenpunkte strukturiert erfassen

Die größte Fehlerquelle bei der ESRS-Erfassung sind manuelle, verstreute Tabellen. Sie führen zu doppelten Werten, unklaren Stichtagen und fehlenden Belegen. Besser ist es, Datenpunkte dort abzugreifen, wo sie ohnehin entstehen, also im ERP, im Energiemanagement, in der Zeiterfassung oder im Einkaufssystem. Unsere Lösungen verbinden diese Quellen und sorgen dafür, dass jeder Datenpunkt automatisiert und belegbar in die Berichterstattung fließt.

  • Jeden wesentlichen Datenpunkt eindeutig benennen und einer Norm zuordnen
  • Datenquelle, Verantwortlichen und Aktualisierungszyklus festlegen
  • Einheiten, Berechnungslogik und Stichtage einheitlich definieren
  • Belege und Berechnungswege versioniert ablegen
  • Lücken offen kennzeichnen und mit einem Maßnahmenplan hinterlegen

Wer so vorgeht, erhält am Ende nicht nur einen Bericht, sondern eine wiederverwendbare Datenstruktur. Im zweiten Berichtsjahr sinkt der Aufwand deutlich, weil die Quellen bereits angebunden und die Definitionen geklärt sind. Genau dieser Effekt macht den Unterschied zwischen einem einmaligen Kraftakt und einem dauerhaft tragfähigen Prozess.

Prüffestigkeit von Anfang an mitdenken

Prüffestigkeit bedeutet, dass ein externer Prüfer jede Angabe bis zur Quelle zurückverfolgen kann. Das gelingt nur, wenn die Erfassung von Beginn an darauf ausgelegt ist. Nachträglich Belege zu rekonstruieren ist aufwendig und fehleranfällig. Wer hingegen jeden Datenpunkt mit Quelle, Berechnungsweg und Stichtag dokumentiert, geht souverän in die Prüfung. Tiefergehende Hinweise dazu finden Sie in unserem ESG-Bereich und auf der ESG-Übersichtsseite.

Die ESRS verlieren ihren Schrecken, sobald man sie als geordnetes System aus Auswahl, Zuordnung und Erfassung versteht. Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer heutigen Datenquellen, dann wird der Weg zu prüffesten Datenpunkten kalkulierbar.

Eine einmal sauber aufgebaute Datenstruktur senkt den Aufwand jedes weiteren Berichtsjahres spürbar.

Häufige Fragen

Muss ich alle ESRS-Datenpunkte berichten?

Nein, maßgeblich sind ausschließlich die Datenpunkte, die zu Ihren als wesentlich eingestuften Themen gehören. Die Wesentlichkeitsanalyse grenzt die scheinbar unüberschaubare Menge auf einen beherrschbaren Kern ein. Themen, die für Ihr Unternehmen nicht wesentlich sind, müssen Sie nicht im Detail berichten.

Wie ordne ich Datenpunkte sinnvoll zu?

Bewährt hat sich ein Mapping, das jeden relevanten Datenpunkt mit einer Quelle, einem Verantwortlichen und einem Erhebungsrhythmus verknüpft. So entsteht eine Landkarte, die jederzeit zeigt, woher eine Angabe stammt. Das ist die Grundlage für eine effiziente und prüffeste Erfassung.

Warum ist Excel für ESRS-Datenpunkte problematisch?

Verstreute Tabellen führen zu doppelten Werten, unklaren Stichtagen und fehlenden Belegen. Eine direkte Anbindung an ERP, Energiemanagement und weitere Quellen vermeidet diese Fehler. Die Daten fließen dann automatisiert und belegbar in die Berichterstattung.

Was bedeutet Prüffestigkeit konkret?

Prüffestigkeit heißt, dass ein externer Prüfer jede Angabe bis zur Quelle nachvollziehen kann. Das gelingt nur, wenn Quelle, Berechnungsweg und Stichtag von Anfang an dokumentiert werden. Nachträglich rekonstruierte Belege sind aufwendig und fehleranfällig.

Welche ESRS-Datenpunkte sind für Sie wirklich relevant?

Wir grenzen mit Ihnen die wesentlichen Datenpunkte ein und zeigen, wie Sie diese prüffest aus Ihren Systemen erfassen.

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